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Unsere Zukunft ist nicht rosarot

Die Hautfarben UG verkauft Stifte mit verschiedenen Hauttönen. Damit will man Stereotype bekämpfen.

F.A.Z.

17.06.2022

Mariella Schwittling

Michelsenschule, Hildesheim

Kinder kennen ihn: den hautfarbenen Buntstift in hellrosa Farbe. Doch was ist mit Menschen, die eine andere Hautfarbe haben? Mit dieser Frage beschäftigte sich der 2015 von Malte Bedürftig gegründete gemeinnützige Verein GoVolunteer, der sich  als „Deutschlands größte Community für soziales Engagement“ bezeichnet. Er gründete daraufhin die Hautfarben UG mit Sitz in Berlin. „Kinder kommen ohne Vorurteile zur Welt. Stereotypen werden erst erlernt, zum Beispiel dadurch, dass der Begriff Hautfarbe unreflektiert mit der Farbe Rosa gleichgesetzt wird“, erklärt Thomas Noppen,  Geschäftsführer der Hautfarben UG.

Das Unternehmen bietet ein Buntstifte-Set mit  zwölf  Hauttönen an und ein  Set mit acht Wachsmalern.  Mit den Produkten sensibilisiere man  Eltern, Erzieherinnen und Bezugspersonen für eine diskriminierungsfreie Bildung und Erziehung. „Kinder malen sich und ihre Freunde und Freundinnen so, wie sie wirklich aussehen.“ 

Begonnen  wurde das Projekt 2017; die ersten Auflagen finanzierten die Gründer selbst. „Wir bekamen von Beginn an sehr viel Unterstützung“, erzählt  Noppen. So band das Team Prominente, darunter die Grünen-Politikerin Claudia Roth, die Tatort-Schauspielerin Ulrike Folkerts, das Model Sarah Brandner und den früheren Bundesligaprofi Ibišević ein, um die  Idee  zu verbreiten. Das Sozialunternehmen wuchs schnell.   „Natürlich gibt es auch Leute, denen unsere Arbeit für mehr Vielfalt nicht passt“, sagt  Noppen.

Vor allem  Grundschulen und Kindergärten kaufen die Stifte.  In der  Oster- und Weihnachtszeit sei die Nachfrage besonders hoch. Das  Buntstifte-Set kostet  12,50 Euro, die    Wachsmaler sind  für 11 Euro erhältlich, im Onlineshop und in ganz Deutschland in Buchhandlungen und Schreibwarengeschäften. Im Jahr 2021 habe man etwa 45 000 Produkte verkauft, vor allem Buntstifte.  Der Erlös gehe zu 100 Prozent in Projekte von GoVolunteer, der sich unter anderem für Gleichberechtigung und Integration von Geflüchteten einsetzt.

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