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Sie haben viele Anhänger

Hüffermann produziert spezielle Transportsysteme. Kunden sind Entsorgungsunternehmen, Glassammler und Betriebe aus der Baubranche.

F.A.Z.

2.01.2020

Carl-Leon Kind

Prinz-von-Homburg-Schule, Neustadt (Dosse)

Mehr als 70 Prozent des deutschen Güterverkehrs werden nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie von Nutzfahrzeugen durchgeführt. Wechselbehältersystemanhänger spielten in dieser Branche eine wichtige Rolle, sagt Stephan von Schwander, der Geschäftsführer der Hüffermann Transportsysteme GmbH aus Neustadt (Dosse) in Brandenburg. Das Unternehmen sei Marktführer in diesem Bereich. „Etwa zwei Drittel Marktanteil in Deutschland, ein Drittel in Italien, und die Anteile in Japan, Übersee und dem Nahen Osten steigen kontinuierlich“, berichtet von Schwander. Das 1913 gegründete Unternehmen ist der größte Arbeitgeber der Region. Die Beziehungen seien partnerschaftlich, berichtet der Direktor des Amts Neustadt, Dieter Fuchs. Das zeigten der Kooperationsvertrag mit der Schule und die Absicherung der Tagesbereitschaft der Feuerwehr.

Stolz ist man bei Hüffermann auf die Ladungssicherungssysteme auf den Wechselbehältersystemanhängern, die sich durch eine hohe Sicherheit und Funktionalität auszeichneten. Diese Anhänger müssen in der Lage sein, Abrollcontainer mehrmals täglich aufzunehmen und wieder abzuladen. Schwierigkeiten stellen unterschiedliche Containerkonstruktionen dar, äußere Einflüsse wie Wetter, Schmutz und Alter der Container sowie schwankende Ladungsschwerpunkte und verzogene Container. Letztlich muss der Anhänger es schaffen, jeden Container sicher aufzuladen und an seinen Bestimmungsort zu bringen. Hüffermann-Anhänger seien einfach zu bedienen und wartungsarm, heißt es vom Unternehmen. Sie funktionieren auch bei starkem Schneefall, Matsch und Dreck.

27 Prozent der Anhänger gehen ins Ausland. Zu den Kunden zählen Entsorgungsunternehmen, Glassammler, Recyclingunternehmen und Betriebe aus der Baubranche. Beliefert werde der Ein-Mann-Betrieb genauso wie der Großkonzern, sagt von Schwander. Man bekommt auch viele individuelle Aufträge. So konstruierte das Unternehmen Spezialanhänger für Sondereinheiten der Polizei und die kanadische Armee. Auch Langanhänger mit fünf Achsen für einen Kunden in Finnland wurden hergestellt. Ein Anhänger kostet zwischen 16000 und 80000 Euro. „Es gibt in dieser Branche einen sehr starken Wettbewerb“, sagt der Geschäftsführer. Die Erarbeitung individueller Lösungen für komplizierte Kundenwünsche sei notwendig, um vorne mitzuspielen. Japan und Oman habe das Unternehmen auch aufgrund dieser Fähigkeit beliefern können.

Erst kürzlich investierte das Unternehmen 5 Millionen Euro in die Erweiterung des Firmengeländes. Der Umsatz von Hüffermann ist stetig gestiegen. 2018 betrug er 39,6 Millionen Euro; das Ergebnis nach Steuern lag im einstelligen Millionenbereich. Im vergangenen Jahr lag der Erlös bei gut 41 Millionen Euro. Mehr als 270 Mitarbeiter beschäftigt Hüffermann. Es sei eine große Herausforderung, in der eher dünn besiedelten Region genug qualifizierte Mitarbeiter zu finden, sagt von Schwander. Um erfolgreich zu sein, „bilden wir nahezu alle Mitarbeiter selbst aus und haben dafür Ausbildungsplätze in sechs verschiedenen Berufen. Zudem zahlen wir bereits im ersten Lehrjahr 700 Euro und im vierten Lehrjahr 1000 Euro im Monat – unabhängig vom Beruf.“ Man müsse viel bieten, zum Beispiel auch Angebote für die Gesundheit der Mitarbeiter.

Zur Veröffentlichung in der F.A.Z.

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