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Nachhaltigkeit ist in Mode

Marktführer Brands Fashion aus Niedersachsen fertigt Arbeitskleidung und achtet auf Umwelt- und Sozialstandards.

F.A.Z.

18.01.2022

Lia Klinke

Tannenbusch-Gymnasium, Bonn

Die Brands Fashion GmbH aus Buchholz  in Niedersachsen ist nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters Mathias Diestelmann Pionier und Europas Marktführer für  nachhaltige Workwear. Das Unternehmen wurde 2017  zu 90 Prozent vom Hamburger Handelshaus  Jebsen & Jessen gekauft. Brands Fashion  beschäftigt knapp 200 Mitarbeiter und versendet nach eigenen Angaben  jährlich gut   12 Millionen Artikel. Tätig ist man in den Segmenten  Corporate Fashion, Workwear, Private Label, Merchandise/Promotion und Eigenmarken. Corporate Fashion bedeutet, dass die Kleidung  für ein repräsentatives Erscheinungsbild eines Unternehmens sorgt.      

Man habe   bisher rund 1,5 Millionen  Mitarbeiter eingekleidet, heißt es.  Der Umsatz liege   im mittleren zweistelligen Millionenbereich, berichtet Diestelmann. Corona habe kaum  Einbrüche gebracht. Die   Produkte der Eigenmarke kosten zwischen 8 und  50 Euro. Nach  Studien sind die Umsätze der Branche  gestiegen. Das habe verschiedene Ursachen, erklärt die  Branchenfachfrau  Sabine Anton-Katzenbach von der Textilberatung Hamburg. Sie nennt neben der Nachhaltigkeit ein zunehmendes Sicherheitsbewusstsein, die optische und funktionelle Aufwertung der Kollektionen sowie  die „vermehrte Gleichberechtigung  des Angebots für Männer und Frauen“.

Unter den  300  Kunden von Brands Fashion sind   Baumärkte, Tankstellen und NGOs. Beispiele sind  die Schnellrestaurantkette Domino’s Pizza und der  Mineralölkonzern Royal Dutch Shell.  Auch ein Poloshirt für einen Hund wurde schon in eine Kollektion einbezogen. Darum gebeten hatte die Ehefrau eines Kunden.

 Zur Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens gehört, dass alle  Produktionsschritte vom Baumwollfeld bis zum Etikett am  Kleidungsstück   zertifiziert und nachvollziehbar sind.    Um   die Lieferkette transparent zu machen,  hat man  ein Tool entwickelt, das   durch den Scan eines QR-Codes aufgerufen  wird. Es zeigt die  Lieferkette mit den dazugehörigen Zertifikaten. Für jeden  Schritt findet man eine Erklärung und ein Foto des  Produktionsortes.

In Indien hat Brands Fashion eine  „Grüne Textilfabrik“ mit Sags Apparels, einem nachhaltigen indischen Textilunternehmen, gebaut.  Man    arbeitet auch an existenzsichernden Löhnen.  Manche Kunden feilschten um ein paar Cent, ohne zu verstehen, wie wichtig dieses Geld beispielsweise für Arbeiter in Indien sei, sagt  Diestelmann.  Eine nachhaltige Produktion erhöhe die Preise,  wenn der Kunde  eine größere Menge abnehme, um einen einstelligen Prozentsatz.

Zur Veröffentlichung in der F.A.Z.

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