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Da hat er den Salat

Kann der Hund rein vegan ernährt werden? Vegdog aus München sagt: Ja.

F.A.Z.

2.07.2020

Lara Cricchio

Gymnasium Corveystraße, Hamburg

Vegdog aus München stellt veganes Hundefutter her. Tessa Zaune-Figlar und Valerie Henssen sind die Geschäftsführerinnen und Gründerinnen. 2017 haben sie etwa 100000, 2018 rund 500000 und 2019 knapp eine Million Euro Umsatz erzielt. Sie beschäftigen drei festangestellte und sieben freie Mitarbeiter. 2018 waren sie in der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“. Sie bekamen von Dagmar Wöhrl eine finanzielle Starthilfe. Mögliche Kunden wurden auf das Hundefutter aufmerksam. Man begann mit Nassfutter. Mittlerweile bietet Vegdog Nass- und Trockenfutter für alle Altersklassen an. „Wir hatten die Vision, ein Unternehmen zu gründen, das Tierschutz und Tierliebe in einem Produkt vereint“, sagt Zaune-Figlar. Man stelle das erste rein pflanzliche und zu 100 Prozent bedarfsdeckende Alleinfutter für Hunde her. Sechsmal 400 Gramm Nassfutter kosten knapp 21 Euro, 2 Kilogramm Trockenfutter etwa 15 Euro.

Das Hundefutter ist besonders für Hunde geeignet, die eine Futtermittelunverträglichkeit haben, wie der Hund von Merle Schöpp, einer Kundin von Vegdog. „Unser Hund kommt aus einem Tierheim in Spanien und hat in seinem Körper Parasiten, die sich von den Abbauprodukten von Proteinen ernähren. Dadurch wird sein Immunsystem geschwächt“, erzählt Schöpp. So gerät auch der gesamte Zellstoffwechsel in Mitleidenschaft. „2015 wäre er an seiner Krankheit fast gestorben, weshalb wir auf vegane Ernährung umgestiegen sind.“ Seitdem sei er „super munter“. Der Fachtierarzt für Kleintiere Martin Bucksch sagt dazu: „Für Allergiker kann vegane Ernährung Sinn ergeben, da diese meistens auf tierisches Protein allergisch sind.“ Nach Vegdog können aber alle Hunde vegan ernährt werden. Bucksch sieht das eher kritisch: „Durch Nährstoffanalysen kann man erkennen, ob der Nährstoffbedarf abgedeckt wird. Bis jetzt habe ich noch keine Analyse von veganem Hundefutter gesehen, die gut war.“ Eine Analyse von Vegdog-Futter hat er bislang noch nicht gesehen.

Zaune-Figlar erklärt: „Wir bringen kein Hundefutter auf den Markt, welches nicht vorab durch Analysen von Fachtierärzten überprüft wurde, nur so kann zum Beispiel die volle Bedarfsabdeckung unseres Alleinfuttermittels garantiert werden.“ Tierarzt Bucksch sieht jedoch noch ein Problem: „Zum einen haben Hunde andere Nährstoffbedürfnisse als Menschen, zum Beispiel liegt der Calciumbedarf von Hunden beim Dreifachen des Menschen. Zum anderen haben Hunde einen bestimmten Geschmackssinn, den wir Menschen nicht haben, und zwar für Fleischaroma.“

Vegdog ist auch die Umwelt wichtig. „Die Herstellung von Fleisch verbraucht im Vergleich zu der Herstellung einer pflanzlichen Proteinquelle nachweislich mehr Ressourcen. Hunde benötigen aber kein Fleisch, sondern Proteine.“ Vegdog verwendet pflanzliches Protein, etwa Lupine, Linsen und Erbsen. Das Nassfutter besteht zum Beispiel aus Kartoffeln, Amarant, Hirse, Karotten, Spinat, Zucchini, Chiasamen, Sonnenblumenkernen, Hefe, Algen, Süßkartoffeln, Rapsöl, Rote Beete, Kürbiskernen, Hagebutten und Kräutern.

Das Hundefutter wird in ganz Europa in ausgewählten Futtermittelläden wie Vegan Pro, Bio Korb und Hega verkauft sowie in Drogeriemärkten, zum Beispiel dm. In Zukunft sollen Markteinführungen in Frankreich, Italien und England stattfinden. Das Ziel des Unternehmens ist, in fünf Jahren Marktführer für Hundefutter aus alternativen, nachhaltigen Proteinquellen zu sein. Nach Zaune-Figlar steigt die Zahl der Hunde, die unter einer Futtermittelallergie leiden. Konkurrenten sind Unternehmen wie Veganpaws, Vegan 4 Dogs und Zooplus.

Zur Veröffentlichung in der F.A.Z.

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