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So knöpft man sich Veganer vor

Marktführer Knopf Budke profitiert vom Wunsch nach tierfreier Produktion

F.A.Z.

13.09.2018

Julius Piduhn

Mallinckrodt-Gymnasium, Dortmund

Vegane Produkte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit; auch in der Mode macht sich dieser Trend bemerkbar. Jeder Bestandteil der Kleidung soll nach dem Willen mancher Verbraucher umweltfreundlich sein - sogar die Knöpfe. Die Knopf Budke GmbH & Co. KG mit Sitz in Eppingen ist das erste und einzige Unternehmen auf der Welt, das Knöpfe nach dem Global Organic Textile Standard (GOTS) herstellt, sagt Lina Pfeifer, Vertreterin des GOTS in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der GOTS ist das international anerkannte Prüfsiegel für Naturkleidung. "Wir sind ein Nischenanbieter für edle Naturknöpfe", erklärt Frank Wackes. Er ist seit drei Jahren der Geschäftsführer des 1986 von Franz Budke gegründeten Unternehmens.

"Anders als andere Unternehmen nehmen wir keine Behandlungen mit chemisch behandelten Ölen, sondern mit veganem Pflanzenöl vor", erklärt Wackes. Außerdem habe man Methoden entwickelt, die Knöpfe mit rein pflanzlicher Farbe zu färben, was besonders bei strukturell dichten Materialien wie Steinnuss eine große Herausforderung gewesen sei. Deswegen seien die Knöpfe "vegan hoch zwei: vegan und vegan gefärbt". Die GOTS-Zertifizierung erhalten Produkte dann, wenn sie zu mindestens 70 Prozent aus biologisch erzeugten Materialien bestehen und die Produktionsstätten bestimmte soziale und umweltrelevante Kriterien erfüllen.

Die Umweltausrichtung prägt das Unternehmen seit seiner Gründung. So setze man auch auf umweltfreundliche Verpackungsmaterialien und gehe sparsam mit Papier um, erklärt die Abteilungsleiterin für die Beratung von Großkunden, Marion Schmuda, die seit dreißig Jahren bei Knopf Budke ist. Was das Unternehmen auszeichne, seien nicht nur die Einhaltung der Oeko-Tex-Standards, sondern auch die Vorreiterrolle in der ökologischen und nachhaltigen Produktion. So gehöre es zur Philosophie, die Rohstoffe in den Herkunftsländern von gut ausgebildeten einheimischen Arbeitskräften verarbeiten zu lassen und somit zu einer nachhaltigen Entwicklung vor Ort beizutragen. Die Produkte sind unter anderem aus Steinnuss, Perlmutt, Büffelhorn, Edelbein und Kokos. "Am besten verkaufen sich aber die Perlmutter sowie Horn-, Kokos- und Holzknöpfe", erklärt Wackes.

Nach seiner Gründung vertrieb das Unternehmen zunächst in einem Einzelhandelsgeschäft Naturknöpfe. Nachhaltigkeit und Umweltorientierung bekamen eine immer größere Bedeutung; seit sechs Jahren sind die Knöpfe GOTS-zugelassen. Inzwischen haben rund 40 Prozent der etwa 15 000 verschiedenen Knopftypen dieses Zertifikat. Außerdem hat man in der Zwischenzeit Erfindungen gemacht wie die veganen und vegan gefärbten und die spirituellen Knöpfe. Die spirituellen Knöpfe werden meistens von Designern aus dem spirituellen Umfeld gekauft; sie bestehen aus Kokos und besitzen besondere spirituelle Gravuren.

Jährlich produziert Knopf Budke etwa 4 Millionen Knöpfe; im vergangenen Jahr hat das Unternehmen rund eine Million Euro erlöst. Der Preis der Knöpfe beginnt bei 10 Cent, GOTS-zugelassene Knöpfe sind etwas teurer. "Das verhält sich wie mit Bioprodukten", sagt Wackes. "Bei den Knöpfen mit GOTS-Zulassung sind wir Weltmarktführer." Die Mitarbeiterzahl ist auf 14 gestiegen. Kunden sind vor allem Unternehmen wie Konfektionäre und Einzelhändler. Aber auch Privatpersonen zählen zum Kundenkreis.

Die Zukunftsperspektive des Unternehmens sei sehr gut, da "Werthaltigkeit und ein behutsamer Umgang mit der Umwelt immer mehr im Trend sind", glaubt Wackes. Trotz der großen Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Rohstoffe werde der Markt weiter wachsen.

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