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Kunden kriegen ihr Fett weg

Weltmarktführer Bock lässt Butter verpacken

F.A.Z.

18.03.2016

Antonia Hafer

Wilhelm-Gymnasium, Hamburg

Fast jedes Butterstück, das man auf den Tisch bekommt, ist durch eine Maschine der Chr. Bock & Sohn GmbH & Co. KG aus Norderstedt gelaufen. Bock stellt in vierter Generation Verpackungsanlagen für Speisefette her. Diese Maschinen werden in die ganze Welt geliefert und sorgen dafür, dass die Butter verpackt in den Kühlschränken landet. In den Maschinen werden unverpackte Speisefette, zum Beispiel große Butterblöcke, portioniert, verpackt und transportfähig gemacht. Das klingt einfach und ist doch kompliziert, weil Speisefette die Sensibelchen unter den Lebensmitteln sind, denn sie sind extrem temperaturempfindlich. Ist es zu warm, dann werden sie flüssig; ist es zu kalt, dann werden sie zu hart und verstopfen die Leitungen. Bock ist auf einem Nischenmarkt tätig. Nach Angaben des Geschäftsführers Michael Drinkuth beträgt der Marktanteil des Unternehmens rund 95 Prozent; man sei Weltmarktführer in der Herstellung von Verpackungsanlagen für industrielle Lebensmittelfette.

In den computergesteuerten Maschinen, die aus Edelstahl bestehen, wird das Fett durch eine Rohrleitung gedrückt und anschließend in die vom Kunden gewünschte Form gebracht. Es können Blöcke von bis zu 25 Kilogramm oder dünne Platten von nur einem Kilogramm verarbeitet werden. „Wenn es zu Störungen kommt, dann durch den Maschinenbediener oder auch durch Probleme mit dem zu verpackenden Produkt – also mit der Konsistenz des Produkts“, erklärt Drinkuth. Eine komplette Maschine kostet rund 1,5 Millionen Euro; sie hat eine Lebensdauer von mindestens 25 Jahren. Allerdings bestellten nicht alle Kunden eine komplette Produktionslinie. Bock baut im Jahr rund 20 Maschinen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 20 Millionen Euro.

Man beschäftigt 35 Mitarbeiter und hat ein ungewöhnliches Arbeitszeitmodell: eine Viertagewoche. Gearbeitet wird von Montag bis Donnerstag. Der Freitag ist Puffer, falls es zu Lieferengpässen kommt. „Die Viertagewoche hat für uns nur Vorteile, da wir, wenn viel zu tun ist, Überstunden auf den Freitag legen und so sehr flexibel sind“, erklärt Drinkuth.

Bock liefert in 65 Länder, die Exportquote beträgt 95 Prozent. Nach Angaben von Drinkuth findet man rund 400 Anlagen überall auf der Welt, in Mauritius genauso wie in Usbekistan und in Neuseeland, wo sehr viel Milch produziert wird.

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