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Genug gebechert

Der Markt für Eiswaffeln ist heiß umkämpft

F.A.Z.

5.11.2015

Kira Knauer

Arnold-Gymnasium, Neustadt bei Coburg

Die Geschichte der Oexmann GmbH & Co. KG begann in einer Eisdiele. „Im Sommer gab es ständig zu wenig Eiswaffeln. Da hat mein Opa begonnen, sich mit einer eigenen Produktion zu versorgen“, erzählt der Geschäftsführer des Unternehmens, Thomas Oexmann. 1926 gründete sein Großvater Karl eine Waffelfabrik in Gelsenkirchen, wo sich immer noch der Hauptsitz des Unternehmens befindet. Heute sei man bei der Herstellung von Industriewaffeln marktführend in Deutschland mit einem Marktanteil von 40 Prozent, in Europa betrage der Anteil sogar 46 Prozent, sagt Oexmann. Der Umsatz liege im mittleren achtstelligen Bereich, der Verkauf in Deutschland mache rund ein Fünftel aus. „Aktuell ist der Markt stabil bis leicht rückläufig. Es findet auf der ganzen Welt ein harter Verdrängungswettbewerb statt.“ In Europa gebe es vier konkurrierende Hersteller. Einer, jedoch „nicht der schärfste“, sei die Waffelfabrik Meyer zu Venne GmbH & Co. KG.

Dirk Berg, General Manager der Waffelfabrik, behauptet ebenfalls, dass sein Unternehmen den deutschen Markt, auf dem es eine immer stärkere Produzentenkonzentration gebe, anführe. „Wir verfügen global über die größte Eiswaffelproduktion. Der Marktanteil in Deutschland bei der Herstellung von Industriewaffeln liegt bei rund 60 Prozent und der Exportanteil bei 70 Prozent“, sagt Berg. „Mit unserem Hauptwerk in Deutschland machen wir rund 31 und inklusive Tochterunternehmen etwa 45 Millionen Euro Umsatz im Jahr.“ Da man 2014 die Produktionskapazität stark erweitert habe, betrage die gesamte Backkapazität der Waffelfabrik Meyer zu Venne drei Milliarden gebackene Produkte, wovon 2,4 Milliarden auf die süßen Waffelprodukte entfielen. Je Saison verkaufe man etwa zwei Milliarden Industriewaffeln unter anderem an alle führenden Eiscremeabfüller. „Wir streben ein kontinuierliches Produktionswachstum von 10 Prozent im Jahr an. Das ist uns in den vergangenen Jahren immer gelungen.“ Das Unternehmen beschäftigt rund 170 Mitarbeiter.

In Europa gebe es sechs größere Unternehmen, die sich auf Industriewaffeln spezialisiert hätten. „Wir würden sagen, dass wir uns die europäische Marktführerschaft mit zwei Unternehmen teilen, nämlich mit der italienischen Seda und Oexmann.“ Man verfüge über den neuesten Maschinenpark der Welt, sagt Berg. Das behauptet Oexmann auch: „Wir sehen unseren Betrieb als den modernsten auf der Welt.“

Bei Oexmann beträgt der Anteil der Ausfuhr am Umsatz rund 80 Prozent. Man habe ihn wegen der großen Konkurrenz hierzulande steigern müssen. Doch liefere man auch an Kunden in Deutschland 200 bis 250 Millionen Stück im Jahr. Je nach Produktvariante liegt der Preis zwischen 10 und 100 Euro je 1000 Stück; die kleinste Auflage umfasst 300000 Waffeln. Im vergangenen Jahr habe man knapp 1,1 Milliarden Waffeln verkauft, die Mandel- und die Kakaowaffel seien die Verkaufsschlager gewesen. Wichtige Grundzutaten seien Weizenmehl, Zucker, Milch und Pflanzenfett, sagt Oexmann.

Man verfüge über mehr als 50 Produktvarianten. Jedes Jahr gebe es fünf bis zehn Innovationen oder Verbesserungen von Rezepturen, oft auf Kundenwunsch. Die Dauer des Entwicklungsprozesses bis zum Verkauf kann zwei Tage betragen, aber auch ein Jahr. Kunden sind Eisfabriken auf der ganzen Welt. Zu ihnen zählen Langnese und Mövenpick. Im vergangenen Jahr sei das Unternehmen um 24 Prozent gewachsen, in der Regel erreiche man ein jährliches Wachstum von acht bis 10 Prozent.

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