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Die Beziehung zum Nachbarn ist im Eimer

Wie man Mülltonnen gegen Tiere und Menschen schützt

F.A.Z.

6.08.2015

Nazife Nur

Tannenbusch-Gymnasium, Bonn

Wenn man nicht will, dass andere ihren Müll in die eigene Tonne werfen, dann kommen Schlösser der Sudhaus GmbH & Co. KG aus Iserlohn zum Einsatz. „Das Unternehmen wurde 1844 gegründet und stellte zunächst Beschläge für die Pferdewirtschaft her“, erzählt Geschäftsführer Michael Hartmann. Heute produziert es Schlösser aller Art. Auf dem Markt für Mülltonnenschlösser liegt der Marktanteil nach eigenen Angaben bei 50 Prozent und für Möbelschlösser bei rund 10 Prozent. Am Weltmarkt für Kofferschlösser habe man einen Anteil von etwa 2 Prozent.

Das Unternehmen hat ein Schloss entwickelt als Sicherung gegen fremden Müll in der eigenen Tonne. Es öffnet sich automatisch, wenn die Tonne auf dem Müllauto entleert wird. Wenn man die Tonne über einen bestimmten Winkel hinaus kippt, rutscht ein Gewicht in einen Haken und gibt den Deckel frei. Die Mülltonnenschlösser werden an die Hersteller der Mülltonnen verkauft, im Jahr sind es mehr als 100000 Stück, berichtet Kundenmanager Tim Schotte.

Aus einem anderen Grund kaufen Kanadier Sudhaus-Schlösser. „Ein Kunde aus Kanada hat uns von Problemen mit Waschbären berichtet, die die Müllbehälter umwerfen und plündern. Wir haben unser Schwerkraftschloss entsprechend angepasst“, erklärt Schotte. Mittlerweile erwirtschaftet man 20 Prozent des Umsatzes mit Mülltonnenschlössern in Kanada. „Schließsysteme für Reisegepäck liefern wir beispielsweise an Samsonite“, berichtet Schotte weiter. Auch die Schulranzen von Scout sind mit Sudhaus-Schlössern ausgestattet. „Wir haben 400 bis 500 Unternehmenskunden.“

Die Schlösser werden vorwiegend in Handarbeit hergestellt. So wird ein Zahlenschloss aus 37 Teilen in zwei Minuten montiert. Der Umsatz lag laut Geschäftsführer 2014 bei rund 35 Millionen Euro. Die Exportquote beträgt 30 bis 40 Prozent. Sudhaus beschäftigt in Iserlohn 250 und in Tschechien 150 Mitarbeiter. „In den vergangenen acht Jahren hatten wir ein Wachstum von etwa 10 Prozent im Jahr“, berichtet Hartmann. Im Jahr stellt man rund eine halbe Million Schlösser her. „Unser teuerstes Produkt befindet sich im Airbus A380. In der ersten Klasse stehen den Passagieren abschließbare Schränke zur Verfügung“, sagt Schotte.

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