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Das alles fair heißende Smartphone

Ist es möglich, ein gerechtes Handy herzustellen?

F.A.Z.

5.02.2015

Claudia Pontow

Johann-Rist-Gymnasium, Wedel

Ein junges Unternehmen aus Amsterdam hat ein besonderes Smartphone entwickelt. Es heißt wie das Unternehmen Fairphone und soll unter möglichst fairen Arbeitsbedingungen und umweltfreundlich hergestellt werden. Ein wichtiges Unternehmensziel ist, Verbraucher über die Herstellungsbedingungen elektronischer Artikel aufzuklären. Damit Konsumenten einen Einblick in die Wertschöpfungskette bekommen, sei es Fairphone wichtig, ein Smartphone von Grund auf selbst zu entwickeln, sagt Tina Trinks, Leiterin der Buchhaltungsabteilung. Die Herstellung von der Finanzierung bis zum Vertrieb wird dem Verbraucher auf der Internetseite genauso zugänglich gemacht wie die Preiskalkulation.

Dem Unternehmen ist es ein Anliegen, die zur Herstellung von Mobilfunkgeräten benötigten Rohstoffe aus Minen zu beziehen, durch die kein Bürgerkrieg finanziert wird. Ein Smartphone besteht aus mehr als vierzig Mineralien. Fairphone konzentriert sich derzeit vor allem darauf, Zinn und Tantal, die zur Herstellung von Kondensatoren und Leiterplatten benötigt werden, aus konfliktfreien Minen in der Demokratischen Republik Kongo zu verarbeiten. Allerdings besteht das Fairphone noch nicht vollständig aus fair gehandelten Rohstoffen.

Das Unternehmen arbeitet außerdem eng mit seinem Partner in China zusammen, wo das Fairphone hergestellt wird; dort wolle man gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter sicherstellen. Ein Fonds, in den ein Betrag je verkauftem Telefon eingezahlt wird, unterstützt zudem Projekte in China, die Angestellten helfen, ihre Arbeitssituation zu verbessern. Es wird auch Wert auf eine lange Haltbarkeit gelegt. Bei technischen Problemen gibt es Reparaturanleitungen und Austauschteile. Am Ende der Nutzungsphase nimmt das Unternehmen das Smartphone zurück, um es zu recyceln.

„Es ist klar, dass wir noch weit entfernt davon sind, ein 100-prozentig faires Smartphone produzieren zu können. Vielleicht wird das auch niemals vollständig möglich sein“, räumt Trinks ein. Im vergangenen Jahr wurden rund 35000 Fairphones der zweiten Generation verkauft. Eines kostet 310 Euro. Der Jahresumsatz beläuft sich nach Angaben des Unternehmens auf etwa 15 Millionen Euro. Der größte Absatzmarkt ist mit einem Anteil von fast 50 Prozent Deutschland.

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