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Wie man die Konkurrenz aussticht

Sechshundert verschiedene Plätzchenformen

F.A.Z.

16.12.2016

Johanna Krause

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, Gießen

Mit rund 600 Motiven stellt die Städter GmbH in Allendorf mehr unterschiedliche Ausstechformen für Plätzchen her als jedes andere Unternehmen auf der Welt. Das betont der Geschäftsführer des 1973 gegründeten Unternehmens Peter Städter. „Meine Mutter hatte neue Ideen, und was es noch nicht gab, ließ sie in verschiedenen Unternehmen fertigen“, erzählt Städter. „Zu diesem Zeitpunkt wurden in unserem kleinen Haushaltswarenladen alle unsere Artikel, es waren ungefähr zwanzig, noch direkt an den Kunden vermarktet.“ Mittlerweile finde die Vermarktung nur noch über Fachhändler statt.

„Der Trend geht immer mehr hin zu ausgefalleneren Ausstechformen“, sagt Städter. An Weihnachten seien dies zum Beispiel Elchköpfe oder Nikoläuse, die nicht nur die Umrandung ausstechen, sondern zusätzlich eine Struktur einprägen. „Klassische Motive wie Sonne, Mond und Sterne waren einmal.“ Die Preise liegen zwischen 50 Cent und 20 Euro. Im vergangenen Jahr wurden nach eigenen Angaben 1,5 Millionen Backformen verkauft. Die Formen sind aus Weißblech, Edelstahl oder Plastik. Der größte Teil der insgesamt 3500 Produkte des Unternehmens werde in Deutschland hergestellt, unter anderem in eisenverarbeitenden Betrieben. „Backformen, für die wir Lizenzen benötigen würden, fertigen wir nicht an. Die Lizenzen sind sehr teuer, und es ist ein kurzlebiges Geschäft“, erklärt Städter.

„In Europa gibt es sechs Mitbewerber, von denen drei in Deutschland ansässig sind“, sagt Städter. Das sind Kaiser, Dr.Oetker und Zenker. Der Jahresumsatz der Städter GmbH betrug nach Angaben des Geschäftsführers 2015 zwischen 10 und 15 Millionen Euro. „Das Weihnachtsgeschäft beginnt schon Mitte August, und direkt nach Weihnachten fangen wir mit der Planung des Ostergeschäfts an“, berichtet Städter. Das Ostergeschäft besteht vor allem aus zweiteiligen Lamm- und Hasenbackformen.

Die Ausfuhrquote betrage etwa 35 Prozent, vor allem in das deutschsprachige Ausland werde exportiert. Aber auch Fachhändler aus den Arabischen Emiraten bestellten bei Städter. „Haushalte in Abu Dhabi oder Dubai wissen nicht wirklich, was sie mit den Ausstechformen machen können, dort backt niemand Plätzchen. Aber ,made in Germany‘ scheint sie zu reizen“, glaubt Städter.

Zur Veröffentlichung in der F.A.Z.

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