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Die Schwaben lassen den Teig nicht in Ruhe

Alb-Gold stellt Nudeln in einer gläsernen Fabrik her.

F.A.Z.

24.03.2017

Tom Gensel

Goethe-Gymnasium Ludwigsburg, Ludwigsburg

Nach Angaben der Alb-Gold Teigwaren GmbH aus Trochtelfingen isst der Schwabe 25 Kilogramm Nudeln im Jahr und ein Bürger Schleswig-Holsteins nur vier. Viele Teigwarenhersteller sind im Süden der Republik beheimatet, auch Alb-Gold, das nach eigenen Angaben zweitgrößte Unternehmen der Branche in Deutschland. Alb-Gold weist einige Besonderheiten auf, zum Beispiel die „gläserne Fabrik“, die Besuchern Einblicke in die Produktion gewährt. Sie entstand 2002 im Zuge einer Vergrößerung. „Da wir schon immer einen sehr großen Zulauf beim Tag der offenen Tür hatten, kam die Idee auf, dass man die Produktion gläsern machen könnte“, berichtet Marketingleiter Matthias Klumpp. Im Neubau gibt es zudem einen Markt, Seminarräume, ein Kochstudio und ein Nudelrestaurant. Die dort gemachten Erfahrungen werden in der Produktentwicklung genutzt. In einem Garten werden Kräuter und Gewürze angebaut, die im Restaurant verwendet werden. Angefangen hat das Familienunternehmen 1968 mit einem Hühnerhof. 1977 begann mit dem Kauf einer Nudelmaschine der Aufstieg.

Das Unternehmen verwendet nur Zutaten, die zu 100 Prozent aus deutscher Landwirtschaft stammen, auch den Hartweizen, der einen hohen Proteingehalt, eine große Glasigkeit und viele Gelbpigmente besitzt. Täglich werden bis zu 200000 Eier geliefert und erst im Betrieb aufgeschlagen. Sie kommen von kleineren Höfen aus der Umgebung. Für Frischwaren – Spätzle, Knöpfle und Schupfnudeln – wird der Teig zunächst geformt und danach blanchiert. Für Trockenwaren wird der geformte Teig in vier bis sechs Stunden getrocknet, schrittweise, damit die Oberfläche nicht verkrustet. So ist die Spätzle-Linie zwölf Meter lang und über sieben Etagen verteilt. Zu den gefragtesten Produkten gehören laut Klumpp Spätzle-Produkte, gefolgt von Spaghetti und Spiralen.

Zehn Prozent des Sortiments bestehen aus Urgetreide-Produkten; sie sind vor allem aus Dinkel, aber auch aus Einkorn oder Emmer. Stark gewachsen ist der Markt für glutenfreie Waren, vor allem in Brasilien. Das Unternehmen, das 420 Mitarbeiter beschäftigt, rechnet mit einem weiteren Wachstum. Nach eigenen Angaben liegt der Umsatz bei rund 80 Millionen Euro im Jahr; 25 Prozent entfielen auf den Export. Man liefert nach Australien, Japan, Russland und sogar in die Mongolei. 

Zur Veröffentlichung in der F.A.Z.

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