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Wie man die Qatarer untergräbt

H + E aus Bochum trägt zu wichtigen Infrastrukturprojekten bei, zum Beispiel zum Bau der Metro in Doha.

F.A.Z.

8.06.2018

Julius Piduhn

Mallinckrodt-Gymnasium, Dortmund

Mit dem Bau eines Tunnels ist ein enormer logistischer Aufwand verbunden. Die H+E Logistik GmbH in Bochum entwickelt variabel einsetzbare und ständig verlängerbare Fördersysteme. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Pionier und Weltmarktführer im Bereich verlängerbare Bandförderanlagen für den Tunnelbau. Die Anlagen ermöglichen, den Abraum aus Tunneln zu befördern und Material in Tunnel zu transportieren. „Unsere Anlagen waren schon auf jedem Kontinent außer der Antarktis im Einsatz“, berichtet Geschäftsführer Eric Adams. Man wirke bei bedeutenden Infrastrukturprojekten mit, zum Beispiel dem Bau der Metrolinie in Qatars Hauptstadt Doha, die wegen der Fußball-Weltmeisterschaft errichtet wird. Andere Beispiele sind die Purple Line in Los Angeles und das Projekt Grand Paris, in dem die Vororte von Paris durch eine Metrolinie verbunden werden.

Bei Großprojekten entscheide man sich aufgrund der gut zu handhabenden Methoden für das Unternehmen, sagt Thomas Lützerath, Bauleiter in der Porr Deutschland GmbH, einem großen europäischen Bauunternehmen. Zurzeit kooperiert man beim Bau des Boßlertunnels auf der Strecke von Wendlingen nach Ulm; er wird mit einer Länge von 8806 Metern einer der zehn längsten Bahntunnel Deutschlands sein.

H+E produziert zwischen 30 und 60 Kilometer Bandanlagen im Jahr. Das Unternehmen ist auch in den Bereichen Mining und Industrial tätig, in denen Fördersysteme für Bergwerke beziehungsweise Industriestandorte vertrieben werden. Ein relativ kurzes Förderband kostet etwa eine Million Euro, eine gesamte Förderbandanlage, wie sie in Doha eingesetzt wird, mehr als 30 Millionen Euro.

Man verfügt über ein globales Vertriebs- und Vertreternetz und Tochterunternehmen in Russland und den Vereinigten Staaten. Auf dem internationalen Markt für Tunnelbandanlagen habe man sich im vergangenen Jahr einen Marktanteil von „60 Prozent plus“ erarbeitet. Der Umsatz betrug 50 Millionen Euro, sei vollständig im Ausland erwirtschaftet worden und etwa 10 Prozent höher gewesen als im Vorjahr, sagt Adams. H+E beschäftigt rund 140 Mitarbeiter.

Man ist zuversichtlich: In Städten mit zunehmender Bevölkerung gewinne der öffentliche Nahverkehr und damit auch der Tunnelbau an Bedeutung. Zudem hätten einige Länder noch keine U-Bahn-Linien. So hat H+E in Quito an der ersten Metrolinie Ecuadors mitgewirkt.

Zur Veröffentlichung in der F.A.Z.

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