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Mit einer Rolex kann man angeben – sogar die Zeit

Wem die Luxusuhr zu schlicht ist, der lässt sie veredeln.

F.A.Z.

5.04.2018

Mathis Vorndran

Mallinckrodt-Gymnasium, Dortmund

Exklusiv, belastbar und zuverlässig – das sind Eigenschaften, mit denen die Uhren des Schweizer Uhrenherstellers Rolex in Verbindung gebracht werden. Der Gründer der Blaken GmbH, eines kleinen, von Rolex unabhängigen Unternehmens aus Menden im Sauerland, wollte die Uhren noch persönlicher und einzigartiger machen. Die Marktlücke entdeckte Hendrik Jürgens im Urlaub in Miami. Ihm fiel auf, dass die Stars und Sternchen sogar ihr Besteck mit ihren Initialen versehen ließen. Für Luxusuhren gab es diese Möglichkeit nicht.

„Blaken ist Weltmarktführer im Veredeln von Rolex-Luxusuhren“, sagt Geschäftsführer Sören Spreng. Auf der Internetseite des Unternehmens kann der Kunde sein Wunschmodell aussuchen und es persönlich gestalten. Er kann Zeigerformen, Zeigerfarben, Lünettenfarben, die Art der Leuchtmasse und jedes einzelne Element des Ziffernblatts verändern. Auch eine individuelle Gravur auf dem Uhrendeckel oder dem Ziffernblatt – ob Logo, Familienwappen oder Name – sei kein Problem. „Modifizierte Uhren im Vintagestil gehören zur Zeit zu den Kassenschlagern“, berichtet Spreng.

Außerdem werde die Robustheit der Uhr erhöht. „Uns ist kein Mitbewerber bekannt, der eine kratzfestere oder härtere Rolex produzieren kann“, sagt Spreng. Der Kunde bekomme eine schwarz-glänzende, schwarz-matte oder grau-matte Uhr zurück, die bis zu acht Mal härter und kratzfester als Stahl sei. Was es mit der 2Mikrometer dünnen „Wunderschicht“ auf sich hat, ist patentiertes Firmengeheimnis. Offengelegt wird nur, dass sich diamantähnliche Kohlenstoffe auf die Uhr legen und einen harten Schutzfilm bilden. Die Schicht ist vierzig Mal dünner als ein handelsübliches Blatt Papier. Solche Beschichtungen, die auch unter dem Begriff DLC für Diamond-Like Carbon bekannt sind, wurden für den Verschleißschutz im Rennsport, in der Luft- und Raumfahrt sowie der Medizintechnik entwickelt.

Mindestens zwei Wochen müssen die Uhren im Unternehmen bleiben; allein das Auseinanderbauen und das Zusammensetzen seien kompliziert und zeitaufwendig. Die Veränderung einer Uhr kostet durchschnittlich 14000 Euro. „Die Preisspanne liegt zwischen 10000 und 28000 Euro“, berichtet Spreng. Durch das Aufschrauben des Originalprodukts geht die Garantie seitens Rolex verloren. Dafür bekommt der Kunde von Baken eine Garantie über fünf Jahre.

„Die Kundschaft besteht zu 80 Prozent aus Männern. Von den ,Rich Kids‘ bis zu den Rentnern ist jede Altersgruppe vertreten.“ Zu den stärksten Märkten gehörten die Vereinigten Staaten, Asien mit China und Hongkong sowie Deutschland. „Es gibt nur noch sehr wenige Länder auf der Welt, aus denen wir noch keinen Auftrag bekommen haben“, sagt Spreng. Den kuriosesten Auftrag habe ein Russe erteilt, der kyrillische Zeichen auf dem Ziffernblatt haben wollte. „Dann kam heraus, dass das alles russische Schimpfwörter waren – und diese Uhr ein Scherzgeschenk für einen guten Kumpel.“

Der Betrieb ist seit dem Markteintritt im Jahr 2011 stetig gewachsen. Im ersten Jahr lag die Zahl der Aufträge im niedrigen zweistelligen Bereich; 2017 wurden 300 Exemplare verkauft. Das Unternehmen beschäftigt acht Mitarbeiter und erzielte 2017 einen Umsatz von 4 Millionen Euro. Auch Schauspieler wie Elyas M’Barek und Sternekoch Tim Raue besäßen eine von Blaken veredelte Rolex. Spreng plant, künftig auch Luxusuhren anderer Marken zu veredeln.

Zur Veröffentlichung in der F.A.Z.

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