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Die Pfalz schweißt zusammen

Weldcom stellt in einem einzigartigen Verfahren Blitzableiter für Windkraftanlagen her.

F.A.Z.

3.05.2018

Lars Kobel

Hohenstaufen-Gymnasium, Kaiserslautern

Wo einfache Schweißverbindungen an ihre Grenzen stoßen, kommen die Produkte der Weldcom GmbH & Co. KG aus dem rheinland-pfälzischen Geiselberg zum Einsatz. Das Unternehmen vertreibt seit seiner Gründung Produkte zum sogenannten exothermen Schweißen. Diese Technik kommt dort zum Einsatz, wo eine wartungs- und korrosionsfreie sowie elektrisch leitende Schweißverbindung erforderlich ist. Durch die exotherme chemische Reaktion von Kupferoxid und Aluminium ist sie in der Herstellung energieunabhängig, und ihre primäre Aufgabe liegt nicht wie bei anderen Schweißverbindungen in der mechanischen Festigkeit, sondern in der elektrischen Leitfähigkeit.

„Im Bereich des exothermen Schweißens sind wir Marktführer“, sagt Christian Günther, Mitbegründer und Geschäftsführer des Unternehmens. In Deutschland ist man die Nummer eins, auf der Welt gehört man zu den größten drei und hat einen Marktanteil von 40Prozent. Weldcom beschäftigt 28 Mitarbeiter.

Zur Produktpalette gehören elf verschiedene Granulate, die zum exothermen Schweißen verwendet werden. Dieses Verfahren ermöglicht elektrisch leitende Verbindungen mit möglichst geringem elektrischem Widerstand. Weiterhin wird dadurch das Verschweißen von verschiedenen Metallen ermöglicht.

Seit 2007 hat Weldcom mittels dieses Herstellungsverfahrens 22 Blitzableitersysteme für die Rotorblätter von Windrädern entwickelt – mit einer Kabellänge von 45 bis 88 Metern, je nach Rotorblatt-Typ. Wichtig ist ein geringer elektrischer Widerstand, was nur durch die exotherme Schweißtechnik ermöglicht wird. Ansonsten würde aufgrund einer hohen elektrischen Spannung eine sehr große Wärmeentwicklung an der Verbindung auftreten, die diese zerstören könnte. Weldcom liefert diese Systeme an fast alle Hersteller von Windkraftanlagen wie Vestas, Nordex und Repower.

Das Unternehmen erzielt mit dieser Technik 80 Prozent seines Umsatzes. 2016 wurde sie für rund 5200 Rotorblätter, also für mehr als 1700 Windräder, verkauft. Sie kostet je nach Typ und Größe zwischen 500 und 2500 Euro je Rotorblatt. „Windkraft ist bei uns nach wie vor am wichtigsten, aber die technischen Anforderungen steigen von Jahr zu Jahr“, sagt Günther. Im vergangenen Geschäftsjahr verbuchte man einen Umsatz von rund 5 Millionen Euro.

Zur Veröffentlichung in der F.A.Z.

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